Der Lucchero DOP Sannio Aglianico ist die Cru-Interpretation von Janare und wirkt wie ein Aglianico mit deutlich mehr Tiefgang, Detail und Reife. Die Trauben stammen aus Weinbergen der ersten Hügelkette im Sannio Beneventano, auf 120 bis 400 Metern Höhe. Hier trifft ein vielschichtiges Bodenmosaik auf sanfte Hänge und alluviale Terrassen: sandig-kiesige, tiefgründige und eher trockene Terrassenböden, dazu die alten dunklen terre nere der marnösen Hügel, humusreich, zäh und gut strukturiert. Unterhalb der bearbeiteten Schicht zeigt sich der Kontrast aus karbonatreichen, hellen Horizonten und einem fein gezeichneten, schluffig-tonigen Untergrund mit Ocker- und Grautönen. Dieses Zusammenspiel macht den Cru so eigenständig, weil die Reben je nach Exposition und Bodencharakter anders reagieren und genau daraus die Komplexität entsteht. Entscheidend ist dabei das präzise Harmonisieren der einzelnen Parzellen von Jahrgang zu Jahrgang, damit am Ende ein stimmiges, konstant hochwertiges Gesamtbild entsteht.
Im Weinberg stehen rund 4.000 Rebstöcke pro Hektar im Guyot-System, die Reben sind im Schnitt etwa 15 Jahre alt. Die Erträge werden bewusst moderat gehalten, etwa 60 bis 80 Quintale pro Hektar, zusätzlich wird im August ausgedünnt, um die Produktion zu optimieren und die Traubenqualität zu fokussieren. Gelesen wird in der zweiten Oktoberhälfte, von Hand, anschließend werden die Trauben sowohl automatisch als auch manuell selektioniert. Die Maischestandzeit liegt bei rund zehn Tagen mit wenigen Remontagen, um Extraktion und Tanninprofil kontrolliert aufzubauen. Vergoren wird im Edelstahltank bei 24 bis 26 °C, die malolaktische Gärung findet in Barriques statt, was dem Wein früh mehr Rundung und Textur mitgibt.
Der Ausbau setzt klar auf Holzarbeit mit Gefühl für Balance. Rund 20 Prozent des finalen Blends reifen in neuem französischem Holz, die restlichen 80 Prozent in Barriques im zweiten Durchgang. Die Zeit im Fass beträgt etwa sechs bis acht Monate, danach folgt ein weiteres élevage in Zementtanks, das Struktur bündelt und die Aromatik präzise nachzeichnet, ohne den Wein zu polieren. Abgefüllt wird im Herbst, zwei Jahre nach der Lese, was die Stilistik nochmals definierter und harmonischer macht.
Im Glas zeigt sich ein intensives Rot mit violetten Reflexen. In der Nase stehen dichte Frucht und klare Kirschanklänge im Vordergrund, dazu kommen würzige Nuancen und eine feine, vanillige Note aus dem Holz. Am Gaumen wirkt der Lucchero einhüllend und konzentriert, mit Druck, Länge und vollen, aber seidig geformten Tanninen. Insgesamt entsteht ein Aglianico, der gleichzeitig kraftvoll und geschliffen ist, mit spürbarer Cru-Handschrift und dem Anspruch, auch über den Moment hinaus zu tragen.
Kulinarisch passt der Lucchero DOP Sannio Aglianico zu kräftigen ersten Gängen mit Fleischsugo, zu Hülsenfrüchte-Gerichten und zu roten Fleischgerichten aus dem Ofen. Sehr stimmig sind außerdem gereifte Hartkäse, weil die Dichte des Weins und die Würze des Essens sich gegenseitig hochziehen, ohne dass eine Seite die andere überdeckt.
| Brennwert | kcal / kj |
| Fett | g |
| davon gesättigte Fettsäuren | g |
| Kohlenhydrate | g |
| davon Zucker | g |
| Ballaststoffe | g |
| Eiweiss | g |
| Salz | g |
In den sanften Hügeln des Sannio, eingebettet zwischen dem Monte Taburno und dem Matese-Gebirge, liegt die Heimat der Cantina La Guardiense – ein Vorreiterprojekt in Sachen Qualität, Nachhaltigkeit und Identität. Mit dem Projekt Janare setzt die Winzergenossenschaft ein Zeichen: Hier entstehen authentische Weine, die die Kraft des Terroirs mit der Tiefe jahrhundertealter Tradition verbinden. Der Name ist inspiriert von den geheimnisvollen Janare, legendären Frauenfiguren aus dem Sannio, die für Wissen, Naturverbundenheit und Magie stehen – eine Hommage an die starke weibliche Seele dieser Region.
Seit der Gründung im Jahr 1960 durch 33 mutige Bauern hat sich La Guardiense zu einer der bedeutendsten Genossenschaften Süditaliens entwickelt. Heute bewirtschaften rund 1.000 Mitglieder mehr als 1.500 Hektar Rebfläche im fruchtbaren Telesina-Tal. Auf kalk- und vulkanreichen Böden entstehen hier kraftvolle, elegante Weine mit klarem regionalem Profil – darunter stiller Wein wie auch Schaumwein, insgesamt rund 1,5 Millionen Flaschen jährlich.
Im Fokus stehen autochthone Rebsorten wie Falanghina, Greco, Fiano oder Aglianico, die mit Innovationskraft und Respekt vor der Natur vinifiziert werden. Ein Herzstück des Projekts ist die zonierte Bewirtschaftung der Rebflächen – ein Ansatz, der die feinen Unterschiede im Boden nutzt, um Weine mit maximaler Präzision und Ausdruckskraft zu schaffen.
La Guardiense setzt konsequent auf moderne Technologien, erneuerbare Energien und eine umweltbewusste Philosophie – und bleibt dennoch tief verwurzelt in der Geschichte und Kultur des Sannio. Die Linie Janare bringt all das auf den Punkt: Authentizität, Ursprünglichkeit und das Gefühl, ein Stück echter kampanischer Weinbautradition im Glas zu haben.



