Aus den Trestern der Nebbiolo-Trauben aus den Gebieten Barolo, Barbaresco und Roero entsteht bei Marolo in Alba eine Grappa, die ihre piemontesische Herkunft zum Ausdruck bringt. Die 1977 gegründete Distilleria Santa Teresa verfolgt seit ihren Anfängen ein klares Ziel: die Eigenart der einzelnen Rebsorten auch im Destillat erkennbar zu machen.
Dafür werden besonders frische Trester sorgfältig ausgewählt und in kleinen Chargen im traditionellen Wasserbad destilliert. Die langsame, schonende Erhitzung hilft, die charakteristischen Aromen der Traubenschalen zu bewahren. Dabei spielen die Erfahrung und Aufmerksamkeit des Brennmeisters eine entscheidende Rolle. Jede Destillation verlangt ein Gespür für die Eigenschaften des Rohstoffs und verbindet traditionelle Verfahren mit handwerklichem Können.
Die Grappa di Nebbiolo reift in Edelstahltanks und kleinen Eichenfässern, wobei sie sechs Monate im Holz verbringt. Sie erhält dadurch ihre helle Bernsteinfarbe und eine charakteristische, würzige Eichennote. Ihr Duft ist klar und ausdrucksvoll, am Gaumen zeigt sie sich markant, warm und angenehm. Eine charaktervolle Grappa, welche die Handschrift von Marolo und die Herkunft ihrer Nebbiolo-Trauben erkennen lässt.
Helle Bernsteinfarbe, klares Aroma, würzige Note von Eiche, in der sie sechs Monate lang bleibt; strenger, warmer und angenehmer Geschmack.
Paolo Marolo hat die Schule für Önologie in Alba besucht, welche er 1967 abgeschlossen hat. Ab 1972 begann er dort auch zu unterrichten. Zu dieser Zeit entschied sein früherer Professor den Kurs zur „Heilpflanzenkunde und Likörherstellung“ wieder einzuführen, welcher für viele Jahre unterbrochen war. Dieser eröffnete Paolo Marolo eine neue Richtung und entfachte die Passion für die Herstellung von Grappa. Zusammen mit seinem Bruder gründete er 1977 eine kleine Destillerie. Grappa war nichts Besonderes im Piemont, der Rohstoff war zu genügend vorhanden, grosse Destillerien produzierten Unmengen davon. Beim weitverbreiteten System der kontinuierlichen Brennblasen kann ohne Unterbrechnung permanent immer wieder Trestermaische in grossen Mengen nachgefüllt und Alkohol destilliert werden. Allerdings ist die Qualität dieser Brände meist bescheiden und undefiniert. Paolo Marolo jedoch wollte etwas anderes. Er wollt die Feinheiten, Typizitäten und Unterschiede der einzelnen Rebsorten auch im Grappa spürbar machen. Er entschied sich deshalb für den Gebrauch einer diskontinuierlichen Brennblase mit Wasserbad. Dabei wird jeweils nur eine Portion Trester verarbeitet, welche langsam von einem Wasserbad erhitzt wird. Der Nachteil ist, dass es viel mehr Arbeit ist und viel länger dauert. Der Vorteil besteht aber genau in dieser sanften Destillation, die es ermöglicht, die einzelnen Komponenten viel genauer zu trennen und den Vorgang besser zu kontrollieren, damit man möglichst viele Aromen, Finessen und somit Typizität aus den verschiedenen Rebsorten gewinnen kann. So werden die Grappe zu qualitativ hochwertigen, handwerklich gefertigten Produkten. Eine weitere Besonderheit der Distilleria Santa Teresa ist der oft jahre- und jahrzehntelange Ausbau der Grappe in Fässern aus Eichen- und Akazienholz. Das Unternehmen verfügt über eine grosse Anzahl solcher Riserve, welche sehr oft getrennt als Grappa eines einzelnen Weins eines Jahrgangs von einem Produzenten reifen.

















