CHF 28.50
| Produzent: | Cesconi |
|---|---|
| Jahrgang: | 2022 |
| Trinkreife: | bereit + 3-5 Jahre |
| Denominazione: | DOC |
| Region: | Trentino |
| Traubensorten: | Sauvignon Blanc |
| Anbau: | biologisch |
| Anzahl Rebsorten: | Reinsortig |
| Flaschengrösse: | 75 cl |
Der Blanc von Cesconi ist ein Sauvignon Blanc aus einem einzelnen Weinberg oberhalb der Kellerei in Pressano. Die nach Südwesten ausgerichtete Parzelle liegt auf rund 350 Metern Höhe und ist von den kompakten Sandstein- und Kalkschichten der Werfen-Formation geprägt. Ein Teil der Reben wurde bereits Anfang der 1990er-Jahre gepflanzt. Mit seiner Herkunft aus den Hügeln des Trentino zeigt der Blanc eine eigenständige Interpretation dieser international verbreiteten Weissweinsorte.
Die Herstellung unterscheidet sich von einer klassischen, rasch gepressten Sauvignon-Vinifikation. Nach dem Entrappen bleiben die ganzen Beeren zunächst auf der Maische. Dabei setzt mithilfe der natürlich vorhandenen Hefen die spontane Gärung ein. Erst danach wird gepresst, und der Wein vergärt in gebrauchten Barriques weiter. Der anschliessende Kontakt mit der Feinhefe und der vollständige biologische Säureabbau gehören ebenfalls zur Arbeitsweise der Familie. Aromatisch zeigt der Cesconi Blanc pflanzliche Nuancen, die an frische Kräuter, Stachelbeeren und Spargel erinnern, begleitet von einer mineralischen Frische. Am Gaumen verbindet sich die aromatische Intensität mit einer ausgeprägten Struktur. Ein Sauvignon Blanc, bei dem die behutsame Verarbeitung der Trauben ebenso wichtig ist wie der Charakter der Rebsorte.
Die Geschichte von Cesconi beginnt auf den Hügeln von Pressano, nördlich von Trient. In den Pfarrarchiven des Dorfes wird der Familienname bereits 1751 erwähnt. Greifbar wird die Verbindung zum Weinbau im 19. Jahrhundert, als die Familie den Weinberg Olivar erwarb und dort Nosiola anbaute. Bernardino Cesconi liess die dort gewonnene Nosiola auf Ochsenwagen bis nach Innsbruck transportieren. Der Handel der Familie reichte damit schon damals über die Alpen hinaus.
Später begann Bernardinos Sohn Rinaldo gemeinsam mit seinem Sohn Paolo, nicht nur Reben zu kultivieren, sondern auch selbst Wein zu erzeugen. Beliefert wurden mehrere Gasthäuser in der nahe gelegenen Stadt Trient. Paolo, geboren 1938, vergrösserte die Rebflächen mit Unterstützung seiner Frau Adelina. Auch die vier Söhne Alessandro, Franco, Roberto und Lorenzo stiegen in die Arbeit ein. Aus dieser gemeinsamen Entwicklung ging 1995 das heutige Familienweingut Cesconi hervor. Die Gründung des Betriebs ist damit deutlich jünger als die Weinbautradition, auf die sich die Familie stützt.
Der Betrieb liegt in Pressano, einem Ortsteil von Lavis. Rund um die Kellerei erstrecken sich Rebberge auf sanften Hängen zwischen etwa 300 und 500 Metern Höhe. Unter der Oberfläche liegen tiefe, geschichtete Sedimentböden der Werfen-Formation, während das kontinentale Klima ausgeprägte Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht mit sich bringt. Hier wachsen unter anderem Nosiola, Chardonnay, Pinot Bianco, Pinot Grigio, Sauvignon Blanc sowie Lagrein und Pinot Nero. Die Nosiola nimmt als historische Rebsorte der Familie eine besondere Stellung ein. Auch der alte Weinberg Olivar lebt im Namen eines ihrer Weissweine weiter.
Ein zweiter Teil der Weinberge liegt in der Valle dei Laghi, südwestlich von Trient. Die eiszeitlich geformte Landschaft unterscheidet sich deutlich von Pressano. Die zahlreichen Seen, besonders der Gardasee, mildern das Klima. Regelmässig zieht die Ora del Garda durch das Tal und trocknet die Trauben ab. Bei Dro stehen Merlot und Cabernet Franc im Weinberg Pivier auf Böden mit hohem Anteil an Ton und Schluff. Auf den Moränenhügeln pflegt die Familie zudem alte Olivenbäume der Sorten Frantoio und Leccino und gewinnt daraus biologisches natives Olivenöl extra. Weinreben und Olivenbäume prägen hier gemeinsam die Landschaft.
Die intensive Arbeit im Rebberg prägt die Haltung der Familie. 2009 begann Cesconi mit der Umstellung von Weinbergen und Keller auf biologische Produktion; 2013 folgte die Bio-Zertifizierung. Im Mittelpunkt stehen die tägliche Beobachtung der Reben und gezielte Eingriffe, um Behandlungen möglichst gering zu halten. Lorenzo Cesconi betont dabei Geduld, genaues Hinsehen und den Respekt vor den natürlichen Abläufen. In die Bewirtschaftung fliessen ausserdem Grundsätze der Biodynamik ein. Diese Aufmerksamkeit gilt nicht bloss einzelnen Spitzenlagen, sondern der Arbeit mit den Reben und ihrem Umfeld insgesamt.
Im Keller richtet sich die Arbeit nach Herkunft und Eigenschaften der jeweiligen Trauben. Je nach Wein kommen unterschiedliche Gär- und Ausbauverfahren zum Einsatz. Neben Stillweinen produziert Cesconi unter dem Namen Blauwal auch Trento-DOC-Schaumweine nach der klassischen Flaschengärmethode. Das Spektrum reicht damit von Weinen aus einzelnen Rebbergen wie Olivar oder Pivier bis zu Schaumweinen mit längerer Reife auf der Hefe. Was die verschiedenen Weine verbindet, ist die enge Verknüpfung von Familiengeschichte, sorgfältiger Arbeit und zwei eigenständigen Weinlandschaften des Trentino.







