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Puer Apuliae Nero di Troia Riserva - RIVERA

Mit dem Puer Apuliae widmet Rivera dem Nero di Troia einen besonders eigenständigen Wein. Sein lateinischer Name bedeutet Sohn Apuliens und erinnert an Kaiser Friedrich II., dessen Geschichte eng mit Castel del Monte verbunden ist. Für diesen Castel del Monte Nero di Troia Riserva DOCG verwendet das Weingut einen alten, kleinbeerigen Biotyp der Rebsorte. Rivera wählte ihn aus älteren Rebbeständen aus und pflanzte ihn im Weinberg Tafuri erneut an. Dort wachsen die Reben auf kargen, kalkhaltigen Böden in den Hügeln der Murgia.

Der Wein wird aus Nero di Troia gekeltert und nach der Vergärung in Edelstahl in neuen französischen Barriques und Tonneaux ausgebaut. Eine weitere Reifezeit in der Flasche schliesst sich an. In der Aromatik treffen schwarze Johannisbeeren und Brombeeren auf Veilchen, feine Gewürznoten und Anklänge von Sternanis. Der Gaumen ist dicht und vielschichtig, mit einer ausgeprägten, zugleich fein eingebundenen Tanninstruktur und langem Nachhall. Seine besondere Verbindung von Kraft und Eleganz lässt den Puer Apuliae gut zu geschmortem Fleisch, kräftigen Fleischsaucen oder gereiftem Hartkäse zur Geltung kommen.

Zwischen den Ausläufern der Alta Murgia und der Adriaküste liegt bei Andria das Weingut Rivera. Die Weinberge erstrecken sich über die kalkhaltigen Hügel rund um Castel del Monte, die achteckige Burg Friedrichs II., die der Weinregion ihren Namen gab. Die Geschichte von Rivera ist zugleich die Geschichte der Familie de Corato: Vier Generationen haben den Betrieb geprägt und die Möglichkeiten des Weinbaus im Norden Apuliens auf unterschiedliche Weise weiterentwickelt.

Den Anfang machte Giuseppe de Corato. Im Jahr 1921 erwarb er ein weitläufiges Anwesen, das zuvor über Jahrhunderte der adeligen Familie Rivera aus den Abruzzen gehört hatte. Aus dem Landgut entwickelte er einen Betrieb für Weinbau und Olivenanbau. Der historische Name blieb bestehen, doch mit der Familie de Corato begann ein neues Kapitel. Ende der 1940er-Jahre gründete Giuseppes Sohn Sebastiano in den bestehenden Kellerräumen die Kellerei Rivera. Er erkannte das Potenzial der Weinberge rund um Castel del Monte und setzte darauf, Weine mit einem eigenständigen apulischen Herkunftscharakter zu erzeugen.

In den 1970er-Jahren führte sein Sohn Carlo de Corato den Betrieb in eine neue Phase. Er erprobte Veränderungen im Weinberg und modernisierte die Weinbereitung. Die Verbindung von überlieferten Rebsorten und neuen önologischen Möglichkeiten wurde zu einem wichtigen Teil der Entwicklung. Heute führen Carlos Söhne Sebastiano und Marco de Corato die Arbeit in vierter Generation fort. Carlo ist weiterhin beteiligt. Mit dem beratenden Önologen Marco Bernabei und dem Produktionsleiter Angelo Mauriello arbeitet die Familie eng zusammen.

Das Herzstück des Weinguts sind seine Rebberge auf den Hochflächen der Murgia. Die Parzellen Rivera, Torre di Bocca, Tafuri und Monte Carafa liegen zwischen etwa 180 und 250 Metern über Meer. Hier bestimmen kalkhaltige, teilweise tuffartige Böden marinen Ursprungs die Landschaft. Höher oben, auf rund 350 Metern, liegt Lama dei Corvi. Für die Anlage dieses Weinbergs musste der felsige Kalkuntergrund aufgebrochen werden. Dazu kommen die aus nördlicher Richtung von der Adria einströmenden Winde, die das Weinbaugebiet prägen.

Rivera widmet sich insbesondere den Rebsorten der Region. Nero di Troia, Aglianico, Montepulciano und Bombino Nero wachsen neben weissen Trauben wie Bombino Bianco und Fiano. Die Arbeit in den Rebbergen richtet sich nach den unterschiedlichen Böden und Lagen. Der Betrieb verwendet Guyot- und Kordonerziehung, arbeitet mit vergleichsweise dichter Bepflanzung und begrenzten Erträgen. Für die eigenen Weinberge und die daraus bereiteten Weine weist Rivera seit dem Jahrgang 2020 eine Zertifizierung nach dem italienischen System SQNPI für integrierte Produktion aus.

Auch die Kellerei erzählt von dieser Entwicklung. In den historischen, aus dem späten 19. Jahrhundert stammenden unterirdischen Räumen reifen Rotweine in grossen Fässern und Barriques aus französischer Eiche. Verglaste Betontanks aus einer späteren Ausbauphase werden weiterhin genutzt. Eine moderne Vinifikationsanlage mit Edelstahltanks ergänzt die alten Keller. Nicht jedes Verfahren kommt bei jedem Wein zum Einsatz: Die unterschiedlichen Gefässe gehören zu einer breiten Palette von Weinstilen, von frischen, früh zugänglichen Weinen bis zu strukturierten Riserva-Abfüllungen.

Mit dieser Vielfalt bleibt Rivera fest im Gebiet Castel del Monte verwurzelt und blickt zugleich über dessen Grenzen hinaus auf andere Weinherkünfte Apuliens. Besonders die Arbeit mit Nero di Troia und die Geschichte der Familie de Corato machen deutlich, wie eng bei Rivera Menschen, Reben und Landschaft miteinander verbunden sind.

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