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| Produzent: | Corzano e Paterno |
|---|---|
| Jahrgang: | 2022 |
| Trinkreife: | bereit + 3-5 Jahre |
| Denominazione: | IGT |
| Region: | Toskana |
| Traubensorten: | Cabernet Sauvignon, Merlot, Sangiovese |
| Anbau: | biologisch |
| Anzahl Rebsorten: | Assemblage |
| Flaschengrösse: | 75 cl |
Dunkles Rubinrot mit blauen Reflexen; komplexes Bouquet mit Anklängen von Cassis und Schwarzkirschen, dazu Noten von Leder, Tabak und Lakritze. Im Mund sehr kraftvoll und dicht, mit lebendigen Tanninen.
| Brennwert | kcal / kj |
| Fett | g |
| davon gesättigte Fettsäuren | g |
| Kohlenhydrate | g |
| davon Zucker | g |
| Ballaststoffe | g |
| Eiweiss | g |
| Salz | g |
Die Geschichte von Corzano e Paterno begann Anfang der 1970er-Jahre mit dem Schweizer Architekten Wendelin Gelpke. Er kannte die Toskana seit seiner Jugend und erwarb zunächst die vernachlässigte Fattoria Corzano. Wenige Jahre später kam das benachbarte Gut Paterno hinzu. Die beiden Besitzungen liegen rund siebzehn Kilometer südwestlich von Florenz bei San Casciano in Val di Pesa, entlang der historischen Via Cassia. Gelpke verband die Höfe zu einem landwirtschaftlichen Familienbetrieb und begann, die mittelalterlichen Gebäude, Weinberge und Olivenhaine behutsam wiederherzustellen.
Corzano war zum Zeitpunkt der Übernahme ein weitgehend aufgegebener Bauernhof. Viele Gebäude verfügten weder über Elektrizität noch über fliessendes Wasser, und auch die landwirtschaftliche Infrastruktur war kaum entwickelt. Wendelin Gelpke verstand den Wiederaufbau deshalb nicht allein als bauliches Projekt. Sein Ziel war ein lebendiger Hof, auf dem Landschaft, Landwirtschaft und handwerkliche Verarbeitung miteinander verbunden blieben. Die ersten eigenen Weine wurden bereits 1972 abgefüllt. Nach dem Zusammenschluss mit Paterno entwickelte sich daraus schrittweise ein vielseitiger Betrieb mit Weinbau, Schafhaltung, Käserei, Olivenölproduktion und Gästehäusern.
Eine wichtige Rolle in dieser Entwicklung übernahm Aljoscha Goldschmidt, ein Neffe des Gründers. Er kam als Kind nach Corzano und studierte später Weinbau und Önologie in Wädenswil in der Schweiz. Das dort erworbene Fachwissen verband er mit den landwirtschaftlichen Erfahrungen des Familienguts und den Traditionen der Toskana. Heute verantwortet er die Weinberge und den Keller gemeinsam mit Arianna Gelpke, einer Tochter von Wendelin Gelpke und ebenfalls ausgebildete Önologin. Seit 2018 arbeitet auch Aljoschas Sohn William im Weinbau mit. Damit wird die Entwicklung von Corzano e Paterno inzwischen von mehreren Generationen der Familien Gelpke und Goldschmidt getragen.
Die Fattoria erstreckt sich heute über rund zweihundert Hektaren. Die Weinberge liegen auf steilen, steinigen Hängen rund um den befestigten Hof Corzano. In einer Höhe von etwa dreihundert Metern bilden sie ein natürliches, nach Süden und Südwesten ausgerichtetes Amphitheater. Die Böden sind von Kies, Ton und Kalk geprägt. Aus ursprünglich rund sechs Hektaren Reben entwickelte sich eine Rebfläche von annähernd zwanzig Hektaren. Bewirtschaftet werden unter anderem Sangiovese, Canaiolo, Trebbiano und Malvasia sowie Cabernet Sauvignon, Merlot, Chardonnay und weitere Sorten.
Die Weinberge werden biologisch bewirtschaftet. Natürlicher Dünger stammt unter anderem von der eigenen Schafherde, deren Milch in der hofeigenen Käserei verarbeitet wird. Im Keller verbinden Aljoscha Goldschmidt und Arianna Gelpke traditionelle regionale Verfahren mit einer präzisen, zurückhaltenden Weinbereitung. Die Trauben werden je nach Wein und Lage sorgfältig ausgewählt, teilweise von Hand gelesen und separat verarbeitet. Ziel ist keine einheitliche Stilistik, sondern eine nachvollziehbare Darstellung der jeweiligen Rebsorten, Jahrgänge und Weinberge.
Zum Sortiment gehören frische Alltagsweine der Linie Il Corzanello ebenso wie Terre di Corzano, I Tre Borri und Il Corzano. Ergänzt wird die Kollektion durch Weisswein, Rosé und einen süssen Passito. Neben dem Wein prägen Schafskäse und Olivenöl die Identität des Hofes. Die Käserei wird von Antonia Ballarin geleitet, während weitere Familienmitglieder für Tierhaltung, Landwirtschaft, Gästehäuser und Gastronomie verantwortlich sind. Dadurch ist Corzano e Paterno kein isoliertes Weingut, sondern ein zusammenhängender landwirtschaftlicher Organismus.
Nach dem Tod von Wendelin Gelpke im Jahr 2001 blieb seine Vorstellung einer eigenständigen, von natürlichen Rohstoffen getragenen Landwirtschaft erhalten. Corzano e Paterno steht heute für biologisch erzeugte Weine aus der Toskana, deren Charakter aus der Lage bei San Casciano in Val di Pesa, der Arbeit der Familie und der engen Verbindung von Weinbau, Viehhaltung und handwerklicher Verarbeitung hervorgeht.






