
Die Geschichte von Corzano e Paterno begann Anfang der 1970er-Jahre mit dem Schweizer Architekten Wendelin Gelpke. Er kannte die Toskana seit seiner Jugend und erwarb zunächst die vernachlässigte Fattoria Corzano. Wenige Jahre später kam das benachbarte Gut Paterno hinzu. Die beiden Besitzungen liegen rund siebzehn Kilometer südwestlich von Florenz bei San Casciano in Val di Pesa, entlang der historischen Via Cassia. Gelpke verband die Höfe zu einem landwirtschaftlichen Familienbetrieb und begann, die mittelalterlichen Gebäude, Weinberge und Olivenhaine behutsam wiederherzustellen.
Corzano war zum Zeitpunkt der Übernahme ein weitgehend aufgegebener Bauernhof. Viele Gebäude verfügten weder über Elektrizität noch über fliessendes Wasser, und auch die landwirtschaftliche Infrastruktur war kaum entwickelt. Wendelin Gelpke verstand den Wiederaufbau deshalb nicht allein als bauliches Projekt. Sein Ziel war ein lebendiger Hof, auf dem Landschaft, Landwirtschaft und handwerkliche Verarbeitung miteinander verbunden blieben. Die ersten eigenen Weine wurden bereits 1972 abgefüllt. Nach dem Zusammenschluss mit Paterno entwickelte sich daraus schrittweise ein vielseitiger Betrieb mit Weinbau, Schafhaltung, Käserei, Olivenölproduktion und Gästehäusern.
Eine wichtige Rolle in dieser Entwicklung übernahm Aljoscha Goldschmidt, ein Neffe des Gründers. Er kam als Kind nach Corzano und studierte später Weinbau und Önologie in Wädenswil in der Schweiz. Das dort erworbene Fachwissen verband er mit den landwirtschaftlichen Erfahrungen des Familienguts und den Traditionen der Toskana. Heute verantwortet er die Weinberge und den Keller gemeinsam mit Arianna Gelpke, einer Tochter von Wendelin Gelpke und ebenfalls ausgebildete Önologin. Seit 2018 arbeitet auch Aljoschas Sohn William im Weinbau mit. Damit wird die Entwicklung von Corzano e Paterno inzwischen von mehreren Generationen der Familien Gelpke und Goldschmidt getragen.
Die Fattoria erstreckt sich heute über rund zweihundert Hektaren. Die Weinberge liegen auf steilen, steinigen Hängen rund um den befestigten Hof Corzano. In einer Höhe von etwa dreihundert Metern bilden sie ein natürliches, nach Süden und Südwesten ausgerichtetes Amphitheater. Die Böden sind von Kies, Ton und Kalk geprägt. Aus ursprünglich rund sechs Hektaren Reben entwickelte sich eine Rebfläche von annähernd zwanzig Hektaren. Bewirtschaftet werden unter anderem Sangiovese, Canaiolo, Trebbiano und Malvasia sowie Cabernet Sauvignon, Merlot, Chardonnay und weitere Sorten.
Die Weinberge werden biologisch bewirtschaftet. Natürlicher Dünger stammt unter anderem von der eigenen Schafherde, deren Milch in der hofeigenen Käserei verarbeitet wird. Im Keller verbinden Aljoscha Goldschmidt und Arianna Gelpke traditionelle regionale Verfahren mit einer präzisen, zurückhaltenden Weinbereitung. Die Trauben werden je nach Wein und Lage sorgfältig ausgewählt, teilweise von Hand gelesen und separat verarbeitet. Ziel ist keine einheitliche Stilistik, sondern eine nachvollziehbare Darstellung der jeweiligen Rebsorten, Jahrgänge und Weinberge.
Zum Sortiment gehören frische Alltagsweine der Linie Il Corzanello ebenso wie Terre di Corzano, I Tre Borri und Il Corzano. Ergänzt wird die Kollektion durch Weisswein, Rosé und einen süssen Passito. Neben dem Wein prägen Schafskäse und Olivenöl die Identität des Hofes. Die Käserei wird von Antonia Ballarin geleitet, während weitere Familienmitglieder für Tierhaltung, Landwirtschaft, Gästehäuser und Gastronomie verantwortlich sind. Dadurch ist Corzano e Paterno kein isoliertes Weingut, sondern ein zusammenhängender landwirtschaftlicher Organismus.
Nach dem Tod von Wendelin Gelpke im Jahr 2001 blieb seine Vorstellung einer eigenständigen, von natürlichen Rohstoffen getragenen Landwirtschaft erhalten. Corzano e Paterno steht heute für biologisch erzeugte Weine aus der Toskana, deren Charakter aus der Lage bei San Casciano in Val di Pesa, der Arbeit der Familie und der engen Verbindung von Weinbau, Viehhaltung und handwerklicher Verarbeitung hervorgeht.
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Der Il Corzanello Bianco von Corzano e Paterno ist ein toskanischer Weißwein, der mit seiner Frische und aromatischen Tiefe begeistert. Entstanden aus einem präzise abgestimmten Cuvée aus Chardonnay, Petit Manseng, Trebbiano, Semillon und Sauvignon Blanc, spiegelt er die Vielfalt und Sorgfalt eines naturnahen Familienbetriebs wider. Alle Rebsorten stammen von den kühlsten Parzellen des Weinguts und werden sorgfältig von Hand gelesen – Chardonnay, Semillon und Sauvignon Blanc bereits Ende August, Petit Manseng und Trebbiano gegen Ende September. Die Trauben werden nach der Ernte behutsam heruntergekühlt und im Ganzen gepresst. Nach einer 24-stündigen Vorklärung beginnt die temperaturkontrollierte Gärung zwischen 15 und 18 °C, die gezielt langsam verläuft, um die feinen Frucht- und Blütenaromen optimal zu bewahren. Anschließend reift der Wein für vier bis fünf Monate auf der Feinhefe, ohne den biologischen Säureabbau durchlaufen zu lassen. So bleibt seine lebendige Säurestruktur erhalten, die den Wein besonders frisch und präzise wirken lässt. Im Glas zeigt sich Il Corzanello Bianco floral und zitrusfrisch. Aromen weißer Blüten und Zitrusfrüchte verbinden sich mit einer ausgewogenen Fruchtigkeit und animierender Säure. Diese lebhafte Kombination macht ihn zum idealen Begleiter zu gegrilltem Fisch, Geflügel oder einfach als spritziger Auftakt eines Sommerabends. Ein charaktervoller Weißwein aus der Toskana, der Handwerk, Herkunft und Genuss gekonnt verbindet.

Leuchtendes Rubinrot; Aroma von roten Beeren mit feinen Noten von Waldboden. Fruchtig, mit gutem Körper, elegant und mit runden Tanninen.

Das Gebiet von San Casciano ist seit jeher für den Olivenanbau geeignet, und fast jeder landwirtschaftliche Betrieb verfügte über eine eigene Ölmühle für die Herstellung des Öls. Der Olivenbaum ist eine sonnenliebende Pflanze und gedeiht daher am besten auf den Hügeln rund um das Gut, die von der Sonne geküsst und vom Wind gestreichelt werden. Die auf dem Betrieb angebauten Sorten sind die bekanntesten des Chianti: Frantoio, Moraiolo und Pendolino, die ungleichmäßig verteilt sind, zusammen mit anderen, für das Gebiet charakteristischen, kleineren Sorten; die Pflanzen werden geschickt gemischt, um eine echte Artenvielfalt zu schaffen. Jede Sorte hat ihr eigenes Aroma und eine andere Reifezeit, weshalb sie getrennt geerntet und gepresst werden. Der Moraiolo unterscheidet sich durch seinen bitteren und pflanzlichen Geschmack, wie z. B. das Artischockenaroma, während der Frantoio für die für toskanische Öle so typischen würzigen Noten verantwortlich ist und der Pendolino sich durch seine Süße auszeichnet. Diese faszinierenden Unterschiede haben uns dazu veranlasst, Öle aus Monokulturen herzustellen, die den Ausdruck der einzelnen Sorten am besten zur Geltung bringen, sowie ein gemischtes Öl, welches wir hier anbieten, welches das Ergebnis der kreativen Kunst des Verschneidens ist und die Harmonie der perfekten Verbindung ihrer Unterschiede darstellt. Die Olivenhaine werden nach biologischen Anbaumethoden bewirtschaftet, und die Düngung erfolgt ausschließlich mit dem Dung der eigenen Schafzucht. Die Oliven werden ausschließlich von Hand im Monat November geerntet, der schöne Sonnentage und belebende Temperaturen beschert. Die Oliven werden zweimal täglich entblättert und in die Ölmühle gebracht; die am Morgen geernteten Oliven werden am Nachmittag verarbeitet, die am Nachmittag geernteten am Abend, so dass die maximale Zeit zwischen Ernte und Extraktion nie mehr als 5 Stunden beträgt, wodurch eine unerwünschte Gärung und Oxidation vermieden wird. Alle Oliven werden in der experimentellen Ölmühle der Firma Torre Bianca gepresst, die Marco und Matteo Mugelli gehört.

Dunkles Rubinrot mit blauen Reflexen; komplexes Bouquet mit Anklängen von Cassis und Schwarzkirschen, dazu Noten von Leder, Tabak und Lakritze. Im Mund sehr kraftvoll und dicht, mit lebendigen Tanninen.

Dunkles Rubinrot; vielschichtiges, elegantes Bouquet mit Anklängen von reifen Waldbeeren und Gewürzen dazu Noten von Tabak, Leder und Kaffee. Im Mund kraftvoll und elegant, mit geschliffenen Tanninen. Ein unverwechselbarer Wein aus dem Chianti-Gebiet.
